Depression

  

Gedicht

 

Eisige Winter ziehen über das Land.

Stille hat sich in den Häusern eingebürgert.

Traurige Gesichter begegnen mir in meinen Gedankenbildern.

Kalte Hände, und gefrorene Herzen.

Keine Sonne in Sicht.

Wenn die Stille dein bester Freund wird.

Wenn all das Leben aus dir zieht, und alles mit sich nimmt.

Wenn die Leere dich vollständig einnimmt, und alles um dich herum verblassen lässt.

Ein gefühlsloser Engel, der im Schatten seiner selbst zuhause ist.

Schritte im Schnee.

Der Tunnelblick, ist das einzige was du noch sehen kannst.

All die Freude, all die Liebe sind eingesperrt, im Käfig der eiskalten Depression.

Müde Augen, und ein nichts aussagender Blick schmücken nun dein Gesicht.

Angst flammt in dir auf.

Was wenn es kein Entrinnen gibt.

Mit jedem Tag wächst die Angst in dir ein kleines bisschen mehr.

Kraftlos geht der Weg der Stille nun weiter.

Jeder Schritt ist verbunden mit einem Schmerz, der dich zusammensinken lässt.

Doch man will, und man versucht- immer wieder.

Aber ein schwarzer Sog reißt immer wieder an deinen Kleidern.

Greift nach deinen eiskalten Händen.

Die Kraft reicht nicht, um sich loszureißen.

Resigniert lässt du einfach los, und gibst dich dem endlosem schwarz hin.

Gibst dich auf.

Weil du jegliche Hoffnung verloren hast.

Weil es ganz einfach zu anstrengend ist, ein zweites Mal aufzustehen.

Man bleibt liegen, trotzdem noch in der Hoffnung.

In der Hoffnung auf Besserung.

Man treibt im Meer, dem Meer der Leere.

Tag ein, Tag aus.

Tausend Hände erscheinen immer wieder, vor deinem inneren Auge.

Doch so unglaublich ungreifbar.

So unglaublich weit weg.

Aber glaub mir, irgendwann da kommt ein Moment… wo die Sonne wieder aufgeht.

Ein Moment der dein ganzes Leben verändert.

Und du wirst fühlen können.

Mehr als jeder einzelne um dich herum.

Denn du warst fest gefroren.

Du warst verloren in der Depression.

Gefangen in dir selbst.

©Katharina

 

Ich hatte das große Bedürfnis zu weinen und hatte überhaupt keinen Zugang zu meinen Gefühlen. Ich war völlig abgeschnitten von meinen Gefühlen. Mir ging es einfach nur schlecht, spürte eine tiefe Verzweiflung in mir und wollte am liebsten schon weg sein von dieser Welt. Eine innere Leere und das Gefühl von Hoffnungslosigkeit und Sinnlosigkeit zum Leben beschäftigten mich ständig. Das größte Hindernis in meinem Leben war ich selbst, da ich in meiner seelischen Not ein anderes Leben wollte. Nämlich jenes, wo ich wieder Möglichkeiten und Kontrolle über mein eigenes „Glücklichsein“ habe. Ich fühlte mich so alleine in dieser Welt. Mein größter Wunsch war damals, einen Menschen kennen zulernen, der diese Krise überstanden hat, das hätte mir Hoffnung gegeben. 

© Josef Moser